An dieser Stelle möchte ich Anregungen zum Selbstbau eines Nistkastens für den Mauersegler geben.
Der Mauersegler kommt nur für die Brut und Aufzucht der Jungvögel in unsere Region. Nicht nur das rasante Flugverhalten
dieses Vogels ist außergewöhnlich und spektakulär, sondern auch
viele andere Eigenschaften machen ihn zum äußerst interessanten Tier. Er jagt Insekten und fängt diese ausschließlich
im Flug. Am Boden wäre er mit seinen kurzen Beinen hilflos und eine leichte Beute. Daher kann der Mauersegler stunden- oder
sogar tagelang in der Luft bleiben.
Er ist der erste Vogel, der im Spätsommer die Reise gen Süden antritt und der letzte, der gegen Ende April wiederkehrt.
Etwa Ende Mai / Anfang Juni kommen die Jungsegler, also Tiere die noch nie gebrütet haben. Oft brüten die Jungvögel nicht im ersten Jahr,
sondern suchen lediglich einen geeigneten Platz. Der Mauersegler ist standorttreu, d.h. er kehrt zum alten Nistplatz zurück.
Bietet man dem Mauersegler einen Nistkasten als Brutstätte an, so wird er meist gerne angenommen.
Mit recht einfachen Mitteln lässt sich dieser Nistkasten selbst herstellen. Das dazu benötigte Material habe ich für etwa 40 Euro
im Baumarkt gekauft. Man benötigt etwa 2 bis 3 Stunden für den Aufbau und die Montage.
Die Bretter werden mit Hilfe de Edelstahlschrauben 5,0 x 60 verschraubt. Die Löcher werden mit 3,3mm vorgebohrt.
Zuerst werden die Rückwand und die beiden Seitenwände und die Zwischenwand jeweils mit 2 Schrauben verbunden.
Anschließend wird der Boden verschraubt. Dieser wird so montiert, dass die Vorderseite bündig mit den Seitenwänden abschließt.
Hierzu jeweils 2 Schrauben für die Seitenwände und die Zwischenwand, und 4 Schrauben für die Rückwand verwenden.
(An der Rückseite des Kastens sollte der Boden etwa 7mm überstehen.)
Das Dach wird so montiert, dass an der Rückseite ebenfalls 7mm Überstand verbleiben. Gleiche Schraubenanzahl wie beim
Boden.
Es ist sinnvoll eine Sperre gegen Star und Sperling einzubauen. So bleiben die Kästen frei für die Mauersegler.
Ich habe diese Sperre mit 8mm Sperrholz aufgebaut. Die Durchgangsöffnung ist 35mm hoch und 85mm breit.
Eine Sperling-Sperre aus Sperrholz also ;-)
Nun sollte der Kasten etwa so aussehen:
Zur Reinigung des Nistkastens ist die Frontseite abnehmbar. Für die Befestigung der Frontplatte werden 3 Bodenträgerwinkel
an der Unterseite des Daches angebracht. (Hierzu die Senkkopfschrauben verwenden.)
Für die beiden Stockschrauben werden Löcher mit einem Durchmesser von 5mm vorgebohrt. Dazu die Frontseite passend auf den
Kasten legen und durch die Frontseite in den Boden bohren. So ist gewährleistet, dass die Schrauben nachher in die
Löcher passen.
Die beiden Stockschrauben werden von vorne in den Boden soweit eingeschraubt, bis nur noch das Feingewinde heraussteht.
Jetzt werden die beiden Eingangsöffnungen so gebohrt, dass zum Boden etwa 2cm und zur Seitenwand etwa 3cm Abstand verbleiben.
Das Loch ist 30mm hoch und 60mm breit. Ideal lässt sich diese Öffnung mit einem Forstnerbohrer 30mm anfertigen.
Mit den Flügelmuttern (Unterlegscheibe nicht vergessen) kann unser Kasten nun verschlossen werden.
Aus den beiden Schaumstoffmatten stellen wir zwei Nistschalen her. Die Schaumstoffmatten werden in einem Durchmesser
von 10 cm etwa 1 - 1,5cm tief ausgehöhlt. Die Nistschalen kleben wir mit doppelseitigem Klebeband auf den Boden.
Ein Anstrich mit Holzöl verhindert dass das Holz schnell verwittert. Die Innenseite des Nistkastens wird nicht behandelt.
Nistkästen in dunkler Farbe werden vom Mauersegler nicht so gerne angenommen. Die untere Hälfte Frontseite wird daher weiß gestrichen.
Dies ahmt zudem optisch den Übergang Wand - Dachkante nach.
Zuletzt werden die beiden Edelstahlwinkel an der Oberseite befestigt und unser Nistkasten ist fertig.
Nistkasten aufhängen
Wir montieren den Nistkasten an geeigneter Stelle, optimal ist ein Platz in Richtung Ost / Süd-Ost mit wenig direkter Sonnenstrahlung. Außerdem sollte
genügend Freifeld für An- und Abflug zur Verfügung stehen. Die Höhe sollte etwa 5m oder mehr sein, da der Mauersegler quasi im
freien Fall startet.
Erfahrungsbericht
Eine CD mit Lockrufen des Mauerseglers wird über einen Außenlautsprecher abgespielt. Bereits nach kurzer Zeit kreisen einige Mauersegler
und beantworten die Lockrufe. Die Jungsegler haben den neuen Nistkasten schnell entdeckt und fliegen andauernd darauf zu, jedoch ohne ihn zu betreten.
Anscheinend wird das Objekt erst einmal gründlich von außen begutachtet und der Anflug immer wieder trainiert. Etwa 3 bis 4 Jungvögel kreisen
immer wieder um das Haus und fliegen mit lautem Rufen und in teilweise sehr geringer Höhe auf den Nistkasten zu.
Der Anflug erfolgt in atemberaubendem Tempo und völlig unbeeindruckt von der menschlischen Nähe.
Seit Anfang Juli fliegen die jungen Mauersegler den Kasten an und richten sich für die Brut im kommenden Jahr ein.
Bereits Anfang August starten die Mauersegler ihre lange Reise in den Süden.
Erfahrungsbericht 2008 (erste Brut)
Erfahrungsbericht 2009 (Projekt Webcam)